Kindle Apps Blog

Ein inoffizieller Blick auf den Active Content für Amazons Kindle

Warum wir einen einheitlichen Standard brauchen – und DRM ein Problem ist

Dienstag 13. April 2010 von Wolfgang

Die taz hat einen wie ich meine sehr guten Artikel zum Thema eBook Standards und den Problemen von DRM geschrieben.

Das Problem mit fehlenden Stadards kenn wahrscheinlich jeder eReader Besitzer, der schonmal versucht hat ein eBook bei einem “fremden” Anbieter zu kaufen. Ich bin ja selbst Besitzer von einem Kindle 2. Bisher habe ich mein Gerät aber nur mit Büchern aus dem Amazon Kindle Store oder frei erhältlichen Klassikern gefüttert. Letztere musste ich fast immer von Hand bearbeiten und dann ins MobiPocket Format konvertieren, damit sie mein Kindle auch versteht. Bei anderen eBook Shops habe ich bisher noch kein Buch gekauft, da man dort den Lesestoff meist nur als EPUB oder PDF bekommt. Ersteres versteht mein Kindle nicht und PDFs werden nur ganzseitig angezeigt, was keinen wirklichen Spass macht (außer man hat einen Kindle DX).

Aber halt, EPUB ist doch ein offener Standard nur Amazon unterstütz den nicht. Oder? Das ist teils richtig. Der Gedanke bei der Erschaffung von EPUB war es, einen offenen eBook Standard zu erschafen. Leider wurde das zunichte gemacht, als die Publisher nach einer Möglichkeit suchten, ihre Bücher vor illegalen Kopien zu schützen und dabei auf DRM stießen. Denn die verschiedenen DRM Systeme sind nicht standardisiert und machen aus dem offenen EPUB Format wieder ein propritäres EPUB-mit-DRM Format.

Was bedeutet das für den Käufer? Wenn beispielsweise mein Kindle kaputt geht und ich mir als Nachfolger einen Sony Reader kaufe, dann kann ich meine eBooks aus dem Kindle Store nur noch mit der entsprechenden App von Amazon auf dem iPhone oder meinem Mac lesen, weil sie zum einen ein eigenes Format haben und zum anderen kopiergeschützt sind. Man bindet sich mit dem Kauf eines eReaders also in den meisten Fällen an den Hersteller bzw. an lizensierte eBook Anbieter. Ist das im Interesse des Kunden?

Natürlich darf man bei diesen Überlegungen auch nicht die Rechteinhaber vergessen. Die möchten verständlicherweise nicht, dass ihre Bücher auf dem Schwarzmarkt landen und für lau über den Ladentisch bzw. auf den eReader kommen.

Doch wie kann man aus diesem Dilemma herauskommen, damit jeder zufrieden ist? Die Antwort ist wie bereits eingangs erwähnt ein Standard. Mit EPUB gibt es bereits einen brauchbaren Standard für die Bücher. Was jetzt noch fehlt ist ein vernünftiger und herstellerübergreifender Standard für einen Kopierschutz. Sowas gibt es heutzutage zum Beispiel bei DVDs (auch wenn dieser Kopierschutz heute nicht mehr up to date ist). Wenn ich mir eine kopiergeschützte DVD kaufe, dann kann ich diese in der Regel in jedem DVD Player abspielen. Und solange es auch nur noch ein DVD Player Modell zum kaufen gibt, kann ich meine DVD Sammlung nutzen.

Die Hoffnung ist nun, dass sich in der jungen Branche der digitalen Bücher sich ebenfalls ein vernünftiger und vor allem herstellerübergreifender Kopierschutz etabliert, damit wir Kunden in Zukunft frei darüber entscheiden können, welche Bücher wir auf welchen Geräten lesen.

  • Share/Bookmark

Zufällige Artikel

Dieser Beitrag wurde erstellt am Dienstag 13. April 2010 um 07:21 und abgelegt unter Allgemein, Technik. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

Kommentare sind geschlossen.

Get Adobe Flash playerPlugin by wpburn.com wordpress themes