Kindle Apps Blog

Ein inoffizieller Blick auf den Active Content für Amazons Kindle

Kindle Apps und die 100 Kilobyte pro Monat

Mittwoch 3. Februar 2010 von Wolfgang

Das vorläufige Geschäftsmodell sieht ja vor, dass alle Kindle Apps (außer eventuell diejenigen, die im Abo erscheinen) pro Monat 100 kB an Daten über Whispernet verbrauchen dürfen. Nun, 100 kB sind nicht wirklich viel und schließen viele kommunikationsorientierte Anwendungsgebiete wie Email, Instant Messaging oder eine Alternative zu SMS durch ebendiese Limitierung aus. Die Frage ist aber auch, ob es für Zwecke einen Kindle braucht oder ob da ein Smartphone nicht die bessere Plattform ist.

Irgendwas muss man doch aber mit diesen 100 kB anstellen können! Ein Anwendungsfall, der mir einfällt, wären z.B. (Brett-)Spiele, die einen Highscore an einen Server übertragen. Oder beispielsweise Spiele, die sich jeden Monat 100 kB an neuen Spieldaten (Quizfragen, Rätsel, Schachaufgaben) herunterladen. Vor allem Schachaufgaben können sehr kompakt in wenigen Kilobyte beschrieben werden. Neben den eigentlichen Nutzdaten muss man natürlich auch noch bedenken, dass je nach Übertragungsprotokoll (HTTP,…) auch noch ein bisschen Traffic als Overhead verbraucht wird.

Irgendwie erinnert mich das an längst vergangene Zeiten, in denen Speicher und Traffic ein sehr kostbares gut waren und man sich einer Menge Tricks und Kniffe bediente, um dennoch Unmögliches möglich zu machen. Ich bin gespannt, ob sich beim Kindle eine ähnliche Mentalität entwickeln wird, um die technischen Beschränkungen Eigenheiten des Kindle zu umschiffen.

Wie finanziert Amazon den ganzen Freitraffic eigentlich? Angeblich kostet jedes MB ja $0,15. 100 kB wurden dann also mit $0,015 pro App und Monat zu buche schlagen. Das ist natürlich im einzelnen nicht sehr viel, wenn man aber von Millionen von Kindle und vielleicht einem Vielfachen an Apps ausgeht, kommt da schon ein ordentliches Sümmchen zusammen. Bei einer Million Apps, die das Datenkontingent pro Monat ausreizen kommt man schon auf $15.000. Mich würde interessieren was da alles in die Mischkalkulation mit hineinspielt. Nur die Erlöse aus dem Verkauf von Kindle, Kindlecontent sowie Kindle Apps? Oder sieht Amazon das auch ein wenig als strategischen Invest, um seine Stellung auf dem eReadermarkt zu festigen?

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Kategorie: Entwicklung | Kommentare deaktiviert

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